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Arbeitsmarkt im Herbst 2026: Wo Stellen entstehen und wo sie wegfallen

Der Arbeitsmarkt im Herbst 2026 spaltet sich: Industrie und Handel bauen Zehntausende Jobs ab, Gesundheit, Pflege und Verwaltung stellen ein. Was die neuen Zahlen für dich bedeuten.

Arbeitsmarkt: Bewerbungsgespräch an einem Schreibtisch

Foto: Christina @ wocintechchat.com / Unsplash

Der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt im Herbst 2026 zwei Gesichter. Im September sank die Zahl der Arbeitslosen zwar knapp unter drei Millionen, doch gleichzeitig verlieren Industrie und Handel Zehntausende Stellen. Gesundheitswesen, Pflege und öffentliche Verwaltung stellen dagegen weiter ein.

Für dich als Führungskraft ist diese Spaltung entscheidend. Sie bestimmt, wie leicht du Personal findest, welche Löhne du zahlen musst und ob gute Leute bei dir bleiben. Wer nur auf die Gesamtquote schaut, übersieht die eigentliche Bewegung.

Dieser Beitrag ordnet die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ein, zeigt die Gewinner- und Verliererbranchen und erklärt, was die Prognosen der Forschungsinstitute für 2027 bedeuten. Am Ende findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für deine Personalplanung.

Wie steht es um den Arbeitsmarkt im Herbst 2026?

Der Arbeitsmarkt stagniert im Herbst 2026 auf hohem Niveau. Im September waren 2,994 Millionen Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 6,4 Prozent. Das sind 40.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die übliche Herbstbelebung fällt schwach aus, und die Beschäftigung schrumpft unter dem Strich weiter.

Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt den Start in den Herbst als schwunglos. Die wirtschaftliche Erholung, die viele Institute für 2026 erwarten, kommt nach ihrer Einschätzung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht an. Als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor gelten die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts.

Arbeitsmarkt im Wandel: Ingenieurin testet mit ihrem Team Fahrzeugsoftware in einer Produktionshalle
Foto: ThisisEngineering / Unsplash

Arbeitsmarkt im September 2026: Die wichtigsten Zahlen

Die Monatszahlen der Bundesagentur für Arbeit für September 2026 vom 30. September zeigen ein gemischtes Bild. Gegenüber August ging die Arbeitslosigkeit um 67.000 zurück, was vor allem saisonale Gründe hat. Rechnet man diese Effekte heraus, stieg die Zahl sogar um 12.000.

  • Arbeitslose: 2,994 Millionen, Quote 6,4 Prozent (Vorjahr: plus 40.000)
  • Unterbeschäftigung: 3,615 Millionen Menschen, 25.000 mehr als vor einem Jahr
  • Gemeldete Stellen: 660.000, das sind 30.000 mehr als im September 2025
  • Stellenindex BA-X: 104 Punkte, ein Plus von sechs Punkten zum Vorjahr
  • Kurzarbeit: 118.000 Beschäftigte im Juli, 69.000 weniger als ein Jahr zuvor
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 34,68 Millionen im Juli, 84.000 weniger als im Vorjahr

Auffällig ist die Verschiebung zwischen den Rechtskreisen. In der Arbeitslosenversicherung, also bei Menschen, die erst kürzlich ihren Job verloren haben, stieg die Arbeitslosigkeit um 74.000 oder sieben Prozent. Bei den Jobcentern sank sie dagegen leicht. Das zeigt: Der Druck kommt aktuell aus dem Kern der Beschäftigung.

Regionale Unterschiede bleiben groß

Zwischen den Bundesländern klafft weiterhin eine deutliche Lücke. Bremen meldet mit 11,2 Prozent die höchste Quote, gefolgt von Berlin mit 10,4 Prozent. Bayern kommt auf 4,2 Prozent, Baden-Württemberg auf 4,7 Prozent. Thüringen und Brandenburg liegen mit je 6,3 Prozent knapp unter dem Bundesschnitt.

Für Unternehmen mit mehreren Standorten heißt das: Der Arbeitsmarkt ist regional sehr unterschiedlich angespannt. In Süddeutschland konkurrierst du trotz schwacher Industrie weiter hart um Fachkräfte, in Stadtstaaten findest du leichter Bewerber.

Wer vom Arbeitsmarkt profitiert und wer abgehängt wird

Bei jungen Menschen ging die Arbeitslosigkeit im September um 23.000 auf 304.000 zurück, wie das Bundesarbeitsministerium meldet. Das ist allerdings vor allem der übliche Effekt nach dem Ende der Sommerpause und dem Start von Ausbildung und Studium.

Deutlich mehr Menschen beziehen dagegen Arbeitslosengeld: 1,082 Millionen im September, 85.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Grundsicherungsberechtigten sank hingegen um 145.000 auf 3,704 Millionen. Der Arbeitsmarkt verliert also vor allem Menschen, die bis vor Kurzem fest beschäftigt waren.

Wo Stellen wegfallen: Industrie, Handel und Zeitarbeit

Die Verlierer des Jahres stehen klar fest. Laut Monatsbericht der Bundesagentur gab es im Juli 2026 im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger sozialversicherungspflichtige Jobs in drei Bereichen:

  • Verarbeitendes Gewerbe: minus 169.000 Beschäftigte
  • Handel: minus 59.000 Beschäftigte
  • Arbeitnehmerüberlassung: minus 19.000 Beschäftigte

Die Industrie baut weiter ab, aber langsamer

Der Stellenabbau in der Industrie belastet den Arbeitsmarkt strukturell. Hohe Energiekosten, schwache Exporte und der Umbau in der Automobil- und Zulieferbranche treffen die Kernbranchen der deutschen Wirtschaft. Das Verarbeitende Gewerbe stellt mit 1,5 Prozent der Beschäftigten zudem den größten Anteil an Kurzarbeit.

Immerhin verliert der Abbau an Tempo. Im ifo Beschäftigungsbarometer stieg der Wert für die Industrie innerhalb von zwei Monaten von minus 18,2 auf minus 9,4 Punkte. Die meisten Betriebe planen zwar weiter mit weniger Personal. Ausnahmen sind laut ifo aber Nahrungsmittelhersteller sowie Produzenten von Datenverarbeitungsgeräten und Elektronik.

Handel und Zeitarbeit unter Druck

Im Handel dominiert der Abbau die Planungen am stärksten. Der ifo-Wert lag im September bei minus 12,8 Punkten und damit unter dem der Industrie. Zurückhaltende Verbraucher und der anhaltende Wandel zum Onlinehandel belasten die Branche.

Die Zeitarbeit gilt als Frühindikator für den Arbeitsmarkt, weil Unternehmen hier zuerst kürzen und zuerst wieder einstellen. Dass die Personaldienstleister laut ifo zuletzt wieder optimistischer planen, ist deshalb ein vorsichtig positives Signal für die kommenden Monate.

Wo Stellen entstehen: Gesundheit, Pflege und Beratung

Auf der Gewinnerseite am Arbeitsmarkt stehen Branchen, die weniger von Konjunktur und Export abhängen. Die Bundesagentur meldet für Juli 2026 im Vorjahresvergleich klare Zuwächse:

  • Gesundheitswesen: plus 65.000 Beschäftigte
  • Pflege und Soziales: plus 62.000 Beschäftigte
  • Öffentliche Verwaltung: plus 17.000 Beschäftigte

Treiber ist vor allem die Demografie. Eine alternde Gesellschaft braucht mehr Ärztinnen, Pflegekräfte und Therapeuten. Dazu kommen Investitionen in Kitas, Schulen und Verwaltung. Allerdings gleichen diese Zuwächse nach Angaben der Bundesagentur schon seit einem Jahr den Abbau in der Industrie nicht mehr aus.

Wissensdienstleister und Bau stellen wieder ein

Im Dienstleistungssektor halten sich Einstellungs- und Abbaupläne laut ifo insgesamt die Waage. Ingenieurbüros, Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer wollen jedoch zusätzliches Personal aufbauen. Gefragt sind Fachleute für Transformation, Regulierung und Digitalisierung.

Auch der Bau zeigt sich robuster als befürchtet. Laut IAB-Stellenerhebung gab es dort im zweiten Quartal 2026 rund 19.700 offene Stellen mehr als ein Jahr zuvor. Das ifo erwartet für die Branche stabile Beschäftigtenzahlen in den kommenden Monaten.

Die Nachfrage nach Personal sinkt insgesamt

Insgesamt kühlt der Arbeitsmarkt auf der Nachfrageseite dennoch ab. Die IAB-Stellenerhebung zählt für das zweite Quartal 2026 rund 1,02 Millionen offene Positionen, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Abgesehen von den Corona-Lockdowns lag die Nachfrage seit 2016 nicht mehr so niedrig.

Besonders stark brach die Nachfrage bei den unternehmensnahen Dienstleistungen ein, mit einem Minus von 62.000 Stellen oder 23 Prozent. Großbetriebe ab 250 Beschäftigten meldeten 13 Prozent weniger Vakanzen, während kleine Betriebe ihr Niveau hielten. Auf eine offene Stelle kamen rechnerisch 2,9 Arbeitslose.

Warum der Arbeitsmarkt schrumpft, obwohl Fachkräfte fehlen

Auf den ersten Blick wirkt es paradox: Fast drei Millionen Menschen suchen Arbeit, und trotzdem bleiben gemeldete Stellen im Schnitt 156 Tage unbesetzt. Die Erklärung liegt in einem tiefen Strukturwandel, der den Arbeitsmarkt gleichzeitig von zwei Seiten verändert.

Demografie bremst das Angebot

Die Babyboomer gehen in Rente, und es rücken weniger junge Menschen nach. Das IAB erwartet, dass das Erwerbspersonenpotenzial 2026 um 70.000 und 2027 sogar um 140.000 Personen schrumpft. Der Arbeitsmarkt verliert damit Arbeitskräfte, auch wenn die Nachfrage gerade schwach ist.

Zuwanderung federt diesen Effekt am Arbeitsmarkt ab. Die Zahl der Beschäftigten ohne deutschen Pass stieg laut Bundesarbeitsministerium binnen eines Jahres um 181.000 auf 6,02 Millionen. Ohne sie wäre der Rückgang der Beschäftigung deutlich stärker ausgefallen.

Qualifikationen passen nicht zusammen

Hinzu kommt ein Passungsproblem. Wer in der Autozulieferung seinen Job verliert, kann nicht ohne Weiteres in der Pflege anfangen. Welche Berufe besonders betroffen sind und wie Unternehmen gegensteuern, zeigt unser Beitrag zum Fachkräftemangel im Mittelstand.

Die Folgen sieht man in den Bewegungsdaten der Bundesagentur. Das Risiko, aus einem Job heraus arbeitslos zu werden, steigt seit Längerem und liegt bei 0,61 Prozent. Die Chance, aus der Arbeitslosigkeit eine neue Stelle zu finden, ist mit 5,70 Prozent auf einem der niedrigsten je gemessenen Werte.

Was die Prognosen für den Arbeitsmarkt 2027 sagen

Die Konjunktur zieht an, doch die Beschäftigung folgt nicht. Die aktuelle IAB-Prognose für 2026 und 2027 vom 24. September rechnet für 2026 mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,2 Prozent und für 2027 mit 1,0 Prozent. Trotzdem sinkt die Zahl der Erwerbstätigen.

  • Erwerbstätige: minus 210.000 im Jahr 2026, minus 140.000 im Jahr 2027
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: minus 70.000 auf 34,89 Millionen im Jahr 2026
  • Produzierendes Gewerbe: minus 160.000 (2026) und minus 130.000 (2027)
  • Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit: plus 170.000 (2026) und plus 150.000 (2027)
  • Arbeitslose: plus 50.000 (2026) und plus 20.000 (2027)

Damit wird 2026 nach IAB-Angaben das erste Jahr seit der Finanzkrise 2009, in dem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht mehr wächst. Für den Arbeitsmarkt ist das ein Einschnitt, denn Unternehmen und Politik hatten sich über ein Jahrzehnt an stetig steigende Beschäftigtenzahlen gewöhnt.

Frühindikatoren zeigen Stabilisierung

Die Frühindikatoren deuten zumindest auf eine Bodenbildung am Arbeitsmarkt hin. Das Barometer des IAB stieg im September leicht auf 99,6 Punkte. Der Zuwachs geht jedoch allein auf die Komponente für die Arbeitslosigkeit zurück, während die Perspektive für die Beschäftigung negativ bleibt.

Das ifo Beschäftigungsbarometer kletterte von 94,8 auf 95,1 Punkte. Die Münchner Forscher sprechen von einer Stabilisierung, sehen aber noch keine echte Erholung. Für deine Planung bedeutet das: Rechne 2027 nicht mit einem Bewerberansturm, sondern mit einem dauerhaft engen Markt für gute Fachkräfte.

Politisch setzt die Bundesregierung vor allem auf Weiterbildung. Laut Bundesarbeitsministerium fließt zusätzlich eine Milliarde Euro in Qualifizierung. Für Arbeitgeber kann sich ein Blick auf die Förderangebote der Arbeitsagentur lohnen, etwa für die Umschulung eigener Beschäftigter.

So nutzt du den Arbeitsmarkt jetzt für deine Personalstrategie

Der zweigeteilte Arbeitsmarkt bietet Chancen, wenn du gezielt vorgehst. Gerade Mittelständler können jetzt Fachkräfte gewinnen, die Großunternehmen freisetzen. Diese sieben Schritte helfen dir dabei:

  1. Bedarf ehrlich planen: Lege fest, welche Kompetenzen du in zwei bis drei Jahren brauchst, und gleiche sie mit den Renteneintritten in deinem Team ab.
  2. Abbau in der Region beobachten: Verfolge Meldungen über Stellenabbau bei Industriebetrieben in deiner Nähe und sprich betroffene Fachkräfte früh an.
  3. Quereinstieg ermöglichen: Prüfe, welche Rollen sich mit gezielter Einarbeitung auch mit Bewerbern aus anderen Branchen besetzen lassen.
  4. Förderung nutzen: Kläre mit dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur, welche Zuschüsse es für Weiterbildung und Umschulung gibt.
  5. Arbeitgebermarke schärfen: Zeige glaubwürdig, warum Menschen bei dir arbeiten wollen, mit echten Einblicken statt Hochglanzversprechen.
  6. Arbeitsmodelle flexibilisieren: Teste Teilzeit-, Hybrid- oder verkürzte Wochenmodelle, um auch Eltern und ältere Fachkräfte zu erreichen.
  7. Bindung messen: Erhebe regelmäßig Fluktuation und Zufriedenheit, denn jede vermiedene Kündigung spart dir eine Suche von mehreren Monaten.

Beim fünften Schritt hilft ein strategischer Auftritt in sozialen Netzwerken. Welche Inhalte dort Bewerber überzeugen, zeigt unser Beitrag zum Employer Branding auf LinkedIn. Gerade kleinere Firmen können so mit bekannten Konzernen mithalten.

Für den sechsten Schritt lohnt ein Blick auf Pilotprojekte anderer Betriebe. Welche Erfahrungen Unternehmen mit kürzeren Arbeitszeiten machen, liest du in unserer Analyse zur Vier-Tage-Woche im Mittelstand. Das Modell passt nicht überall, kann aber ein starkes Argument im Wettbewerb um Talente sein.

Warum der Arbeitsmarkt jetzt Chancen für Arbeitgeber bietet

Der Arbeitsmarkt dreht sich gerade in eine ungewohnte Richtung. Nach Jahren, in denen Bewerber die Bedingungen diktierten, haben Arbeitgeber in vielen Berufen wieder mehr Auswahl. Das gilt besonders für technische und kaufmännische Profile aus Industrie und Handel.

Nutze dieses Zeitfenster, aber nicht als Hebel für schlechtere Konditionen. Wer heute fair einstellt und gut einarbeitet, gewinnt loyale Beschäftigte. Wer die Lage ausnutzt, verliert sie im nächsten Aufschwung als Erste wieder.

Typische Fehler in der aktuellen Lage

Viele Unternehmen reagieren auf die schwache Konjunktur mit einem pauschalen Einstellungsstopp. Das spart kurzfristig Kosten, rächt sich aber, sobald die Nachfrage anzieht. Wer jetzt Schlüsselpositionen unbesetzt lässt, steht im Aufschwung ohne Fachkräfte da.

Ein zweiter Fehler ist es, die gesunkene Zahl offener Stellen als Entspannung zu deuten. Die Demografie verschärft den Mangel langfristig, egal wie die Konjunktur verläuft. Plane deshalb deine Personalstrategie über den Zyklus hinaus und beobachte den Arbeitsmarkt in deiner Region kontinuierlich.

Fazit: Der Arbeitsmarkt wird zum Markt der zwei Geschwindigkeiten

Der Arbeitsmarkt im Herbst 2026 ist weder im freien Fall noch auf Erholungskurs. Er befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau. Industrie und Handel verlieren Arbeitsplätze, Gesundheit, Pflege, Verwaltung und Wissensdienstleister gewinnen. Gleichzeitig schrumpft das Angebot an Arbeitskräften durch die Demografie.

Für dich als Entscheider heißt das: Die Gesamtquote sagt wenig über deine eigene Lage. Entscheidend ist, in welcher Branche und Region du suchst und welche Qualifikationen du brauchst. Wer jetzt Fachkräfte aus schrumpfenden Branchen gewinnt, sie gezielt weiterbildet und an sich bindet, verschafft sich einen Vorsprung für den nächsten Aufschwung.

Häufige Fragen zu Arbeitsmarkt

Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland im September 2026?

Im September 2026 waren laut Bundesagentur für Arbeit 2,994 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,4 Prozent. Gegenüber August sank die Zahl um 67.000, gegenüber September 2025 stieg sie um 40.000. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit leicht um 12.000 zu, die Herbstbelebung fiel also schwach aus.

Welche Branchen bauen 2026 die meisten Stellen ab?

Am stärksten schrumpft das Verarbeitende Gewerbe mit 169.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs weniger als im Vorjahr, gemessen im Juli 2026. Es folgen der Handel mit minus 59.000 und die Zeitarbeit mit minus 19.000 Beschäftigten. Hohe Energiekosten, schwache Exporte und der Strukturwandel in der Autoindustrie gelten als wichtigste Ursachen.

Wo entstehen derzeit neue Arbeitsplätze?

Neue Jobs entstehen vor allem im Gesundheitswesen mit 65.000 zusätzlichen Beschäftigten, in Pflege und Sozialem mit 62.000 und in der öffentlichen Verwaltung mit 17.000. Laut ifo planen außerdem Ingenieurbüros, Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer, Personal aufzubauen. Auch der Bau meldet mehr offene Stellen als im Vorjahr.

Warum fehlen Fachkräfte, obwohl die Arbeitslosigkeit steigt?

Arbeitslose und offene Stellen passen oft nicht zusammen, weil Qualifikationen, Branchen und Regionen voneinander abweichen. Gleichzeitig gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, sodass das Erwerbspersonenpotenzial laut IAB schrumpft. Deshalb bleiben gemeldete Stellen im Schnitt 156 Tage unbesetzt, obwohl fast drei Millionen Menschen Arbeit suchen.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt 2027?

Das IAB erwartet für 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent, aber 140.000 Erwerbstätige weniger. Die Arbeitslosigkeit dürfte um weitere 20.000 Personen steigen. Das Produzierende Gewerbe verliert voraussichtlich 130.000 Jobs, während öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit rund 150.000 Stellen hinzugewinnen. Eine echte Trendwende ist damit nicht in Sicht.

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